Nur so gesagt? Wirklich? Wie Worte wirken…

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Worte begleiten uns den ganzen Tag, tagein tagaus. Sei es in Gedanken, in der Kommunikation oder in den Medien. Viele Worte, die wir den lieben langen Tag verwenden sind Redewendungen oder Floskeln über deren Wirkung wir im Alltag nicht so viel nachdenken. „Man“ sagt das halt so.

Jedoch wie wirken die Worte eigentlich? Welche Unterschiede gibt es in der Wortwahl und zu welchen Handlungen bringen uns diese Worte, also unser Text im Kopf? Unsere Worte? Darüber machen wir uns nur wenig Gedanken.

Ein Beispiel:

Was glauben Sie welche Handlung folgt auf die Aussage: „Ich will unbedingt in den Urlaub fahren, aber ich habe so viel Arbeit!“ Fährt diese Person weg oder bleibt sie da?

Im Vergleich zu: „Ich habe so viel Arbeit, aber ich will unbedingt in den Urlaub fahren!“ Was wird diese Person wohl machen?

Im Grunde sagen beide Sätze dasselbe aus, jedoch nicht ganz. Die Chance, dass die zweite Person wirklich mal weg fährt, ist bedeutend größer, als dass die erste Person fährt.

Ein weiteres Beispiel:

Welchen Text im Kopf gönnen wir uns selbst? Würden wir das genauso auch einem besten Freund oder Freundin sagen? „Man, ich bin so blöd, nun habe ich das schon wieder falsch gemacht!“ Nein, einem guten Freund würden wir vielleicht eher sagen: „Ja, das ist jetzt schiefgegangen aber das nächste Mal klappt es sicher!“

Worte bestimmen unsere Handlungen.

Wie wirken diese Worte auf unsere Emotionen und auf die kommenden Handlungen? Auch hier besteht ein signifikanter Unterschied. Im ersten Fall folgt möglicherweise gar keine Handlung; im 2. Fall eher eine Überlegung, was das nächste Mal besser laufen kann, was man verändern kann. Die Verurteilung seiner Selbst fällt vermutlich auch geringer aus.

Die beliebte Frage: Wer ist schuld?

Sehr eindrücklich wird dieser Unterschied auch spürbar, wenn es darum geht, eine Situation, die schief gelaufen ist, in Zukunft zu verbessern. Meist geht es sehr schnell darum „Wer ist schuld?“.

Hat man dann einen „Schuldigen“ gefunden ist die Sache ganz einfach: dieser oder jener oder auch ich selbst bin „schuld“. Und nun? – Folgt meist nichts… Es gibt nichts zu Tun und nichts zu Verändern!

Worte bestimmen wer schuld ist.

Im Gegensatz dazu, können die Fragen wichtig sein:

  • Wer trägt die Verantwortung für die Situation?
  • Trage ich sie vielleicht auch selbst?
  • Und wenn ich verantwortlich bin, was kann ich dann tun, um etwas zu verbessern?
  • Wofür bin ich zuständig, wofür jemand anders?
  • Wer hat die Fäden in der Hand?
  • Was ist nun der erste Schritt?

Was kann ich denn nun dazu tun?

Der Begriff der Verantwortung bringt uns eher ins Tun als die Suche nach “Schuldigen“. So gesehen ist es beruhigend zu wissen, dass jegliche Veränderung von uns Selbst ausgehen kann und wir von niemandem sonst abhängig sind.

Um etwas Neues in Leben zu holen, etwas zu verändern oder anders zu machen ist es nötig, uns von den Ausreden uns selbst gegenüber zu trennen, anstatt jemanden zu suchen, der schuld ist, dass es nicht klappt.

  • Sport? – Keine Zeit ich muss so viel arbeiten!
  • Ernährung umstellen? – Nein, das ist viel zu umständlich und zu teuer.
  • Job wechseln, der mir nicht gut tut? – Mich nimmt doch eh keiner mehr in meinem Alter!
Worte bringen uns ins Tun.

Hier besteht die Chance für uns selbst zu entscheiden, anstatt uns im vorhinein zu blockieren.

Wir können direkt heute anfangen! Abzunehmen, Sport zu treiben, den Job oder den Wohnort zu wechseln, was auch immer anders werden soll. Der beste Zeitpunkt ist jetzt.

Um den Worten, dem Text im Kopf und den daraus folgenden Handlungen auf die Spur zu kommen, ist Unterstützung sehr hilfreich.

Gastbeitrag von Gabriele Kofler

Ein Kommentar bei „Nur so gesagt? Wirklich? Wie Worte wirken…“

  1. Dr. Alexandra Streubel sagt: Antworten

    Liebe Gabriele,
    vielen Dank für deinen Gastartikel. Gerade in diesen Zeiten können wir erspüren, wie wichtig es ist auf seine Worte zu achten, aber auch darauf, welche Worte wir hören. Die Mainstream Nachrichten überschütten uns mit „Informationen“, und auch wenn wir nur mit halbem Ohr zuhören, werden neue Spuren ins Gehirn gelegt, die unser Denken, unser Fühlen und unser Handeln bestimmen. Die Strategie unserer Politiker scheint zu sein: Steter Tropfen höhlt den Stein. Und liegt in unserer Verantwortung das zuzulassen oder eben auch nicht. In diesem Sinne gilt mein Dank allen, die uns täglich mit lebensfördernden, unzensierten, inspirierenden Informationen versorgen.

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