Psychisch gesund durch die Krise kommen [15 Tipps]

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„Die Coronavirus Pandemie ist der größte Schlag auf die psychische Gesundheit seit dem zweiten Weltkrieg.“ sagt Adrian James, Präsident des Royal College of Psychiatrists.

Daten des National Health Service (UK) lassen darauf schliessen, dass in Grossbritannien bis zu 10 Millionen Menschen (darunter 1,5 Millionen Kinder) als direkte Folge der Coronavirus-Epidemie neue oder zusätzliche Unterstützung für die psychische Gesundheit benötigen werden. Es wird erwartet, dass etwa 1,3 Millionen Menschen, die zuvor keine psychischen Probleme hatten, eine Behandlung für Angstzustände und 1,8 Millionen für Depressionen benötigen.

Die Ursachen? Soziale Isolation, Quarantäne, Krankenhausaufenthalte, Angst vor einer Ansteckung, Sorge um Familienmitglieder, existenzielle Nöte um Arbeit, Einkommen, Wohnung, Zukunftsängste, Trauer. Etwa ein Fünftel der im Frühling beatmeten Intensivpatienten entwickelten eine posttraumatische Belastungsstörung.

Dieses Problem wird niemand wegimpfen können. Im Gegenteil, die Lage wird sich mit den zunehmend für alle spürbaren wirtschaftlichen Folgen noch verschärfen.

Psychisch gesund trotz Sorgen

Bereits vor der Pandemie war die psychologische Versorgung in Österreich erschreckend. Wartezeiten von 3 bis 6 Monaten für einen Ersttermin sind keine Seltenheit. Klinisch-psychologische Behandlung wird noch immer nicht von den Krankenkassen unterstützt. Wer nicht ausgesprochen gut privat versichert ist, muss selbst in die Tasche greifen. Wenn Sie etwas dafür tun möchten, dass sich diese prekäre Lage verbessert, unterzeichnen Sie die Petition für eine bessere Versorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen:

Hier gehts zu Petition…

Nehmen Sie psychische Probleme wie Angst und Depression so ernst wie körperliche Probleme. Wird das ignoriert, sind letztere oft die Folge.

Diese Pandemie ist eine stressbeladene Zeit, mit der wir alle zu kämpfen haben. Für jeden zehnten Menschen auf dieser Welt, der mit einer psychischen Störung lebt, ist die Situation noch schwieriger.

Hier finden Sie einige einfache Möglichkeiten, die vielen dabei helfen, psychisch besser durch die Krise zu kommen:

Psychisch gesund

Tipps für die psychische Gesundheit

Überlegen Sie, wie Sie sich mit anderen verbinden können: Halten Sie zumindest per Telefon und Internet Kontakt zu Familie und Freunden. Das ist kein Ersatz für ein wirkliches Zusammensein, hilft aber die Isolation zu überbrücken.


Unterstützen Sie andere: Überlegen Sie, wie Sie jemandem helfen können. Nicht nur der, der die Hilfeleistung annimmt, sondern auch der, der sie gibt, profitiert davon. Man wird wieder handlungsfähig, kann etwas tun und fühlt sich dadurch besser.


Sprechen Sie über Ihre Sorgen: Denken Sie daran, dass dies eine schwierige Zeit für alle ist, und teilen Sie mit, wie Sie sich fühlen, was Sie denken und wie Sie mit der Situation umgehen.


Achten Sie auf Ihr körperliches Wohlbefinden: Versuchen Sie, gesunde, ausgewogene Mahlzeiten zu sich zu nehmen, ausreichend Wasser zu trinken, wenn möglich sich mehrmals täglich drinnen und draußen zu bewegen.


Kümmern Sie sich um Ihren Schlaf: Versuchen Sie, regelmäßige Schlafmuster beizubehalten sowie gute Schlafhygienepraktiken – wie das Vermeiden von Bildschirmen vor dem Schlafengehen, das Reduzieren von Koffein und das Schaffen einer erholsamen Umgebung.


Versuchen Sie, mit schwierigen Gefühlen umzugehen: Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie kontrollieren können – wie z.B. normalerweise unwillkürlich ablaufende körperliche Prozesse: Atmung, Herzschlag,… Achtsamkeitsübungen kann man in jede Tätigkeit einbauen: Von der Körperpflege bis zur Zubereitung der Mahlzeiten.


Regeln Sie Ihren Medienkonsum. Die Sorgen werden nicht weniger, wenn man 24 Stunden am Tag die neuesten Nachrichten verfolgt. Checken Sie die Nachrichten nur zu festgelegten Zeiten oder eben einige Male pro Tag.


Holen Sie sich die Fakten: Sammeln Sie qualitativ hochwertige Informationen, mit denen Sie das Risiko für sich selbst oder andere Personen besser abschätzen können, damit Sie angemessene Vorsichtsmaßnahmen treffen können. Verlassen Sie sich nicht auf unsere Mainstream Medien, die derzeit einseitig, unkritisch und politikgesteuert berichten. Das sind keine lebensfördernden Informationen.


Bringen Sie neue Routinen in den Tagesablauf und füllen Sie die Zeit mit nützlichen, sinnvollen gesundheitsfördernden Aktivitäten: Grossreinemachen, selber Kochen, sportliche Aktivitäten, Lesen, Zeit für Freunde. Ein Wochenplan kann hierfür hilfreich sein.


Nutzen Sie die Chance, ihre Zeit mit Dingen zu füllen, für die Sie nie Zeit hatten. Probieren Sie etwas Neues aus. Es gibt unzählige Tutorials und Online Kurse auch kostenlos, falls die finanzielle Lage wie bei so vielen unter der Krise leidet.


Setzen Sie sich Ziele: Das Setzen und Erreichen von Zielen vermittelt ein Gefühl der Kontrolle und der Sinnhaftigkeit – denken Sie an Dinge, die Sie tun möchten oder müssen, die Sie auch zu Hause tun können.


Halten Sie Ihren Geist aktiv: Lesen, schreiben, spielen, Kreuzworträtsel, Sudokus, Puzzles oder Zeichnen und Malen. Finden Sie eine Herausforderung, die für Sie passt.


Nehmen Sie sich Zeit, um sich zu entspannen: Entspannungstechniken helfen auch mit Angstgefühlen umzugehen. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitsübungen, Yoga, Atemübungen, Meditation, Trancereisen.


Wenn Sie können, gehen Sie einmal am Tag nach draußen und bringen Sie die Natur herein: Wer nicht das Glück hat in einer Waldlichtung zu wohnen, nutzt vielleicht den städtischen Park, was sowohl Ihrem geistigen wie auch Ihrem körperlichen Wohlbefinden zugute kommen wird. Wenn Sie nicht nach draußen können, können Sie versuchen, diese positiven Effekte zu erzielen, indem immer wieder mal das Fenster öffnen und ein paar tiefe Atemzüge machen oder einen Platz schaffen, an dem Sie die Aussicht geniessen und eine Tasse Tee trinken etwa auf dem Balkon mit frischer Luft und Sonnenlicht.

Oder Sie schliessen die Augen und lauschen den Geräuschen der Natur:

Was sie in physischer Hinsicht tun können, um gut durch die Pandemie zu kommen finden Sie kurzgefasst hier.

Quelle 1

Quelle 2

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