Moossalbe – Die Anti-Aging-Neuheit zum Selbermachen

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Moossalbe statt Botox? Die zarten Polster der Moose schmeicheln unseren Sinnen. Ihr sanftes Grün leuchtete dennoch lange Zeit im Verborgenen. In den letzten Jahren rückten sie jedoch in den Blickpunkt der Forschung. Aber konnten sie den hohen Erwartungen gerecht werden?

Vor einigen Jahren bildete sich an der Uni Saarbrücken eine Forschungsgemeinschaft rund um die Chemie und Biologie der Moose. Gemeinsam mit Bayer und BASF wurde systematisch untersucht, ob sich pharmakologische Wirkstoffe oder auch Pflanzenschutzmittel finden liessen.

Der wissenschafliche Ansatz war hoffnungsvoll. Denn es ist seit langem bekannt, dass Moose keine Fressfeinde haben. Ursache sind die biologisch aktiven Inhaltsstoffe, die nicht nur Insekten und Schnecken, sondern auch höher entwickelte Tiere abschrecken. Auch Pilze, Viren und Bakterien können Moose nicht zersetzen, die weder besondere Schutzschichten noch Haare oder Dornen besitzen.

Bild von Foto-Rabe auf Pixabay

Das Ergebnis war – zumindest industriell gesehen – ernüchternd. Die meisten aus den Forschungsergebnissen abgeleiteten synthetischen Wirkstoffe liessen sich billiger und einfacher als die Ausgangsverbindungen herstellen. Die grosse Hürde bei der Wirkstoffsuche war schlichtweg wirtschaftlicher Natur, weil Moose gewerbsmäßig schwer kultivierbar sind.

Einen anderen Weg ging die Uni Bonn, die Kulturpflanzen wie Tomaten oder Paprika mit einem Moosextrakt besprühte. Die fungizide Wirkung war beeindruckend und stärker als die bereits zugelassener Pflanzenschutzmittel. Besonders in der tropischen Landwirtschaft könnte diese Erkenntnis von Bedeutung sein. Denn die Extrakte lassen sich einfach von den Bauern aus den üppig wachsenden Moosbehängen des Regenwalds herstellen.

Bild von Heinz Anton Meier auf Pixabay

Im zweiten Weltkrieg war Moos noch ein beliebter antiseptischer Wundverband. Diese Heilwirkung ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Kissen und Matrazen wurden manchmal mit Moos gefüllt um Bettwanzen und anderes Ungeziefer fernzuhalten. Auch gegen Fuss- und Hautpilze soll es ein hervorragendes Mittel gewesen sein. Bei den amerikanischen Ureinwohnern wurde Moos jahrhundertelang als Windeleinlage verwendet, wobei die entzündungshemmende Wirkung geschätzt wurde.

Welch Wunder, dass nun in letzter Zeit eine Anti-Aging-Neuheit auf den Markt gekommen ist: Die Moossalbe. Allerdings zu einem stolzen Preis, der kaum in Relation zu den Kosten der Inhaltsstoffe oder zur Entwicklung der Rezeptur stehen kann. Da liegt es nahe, selber den Kochlöffel in der Kräuterküche zu schwingen und eine feuchtigkeitsspendende, gehaltvolle und hautpflegende Moossalbe zu rühren, die nicht nur für die Gesichtspflege, sondern für den ganzen Körper eine luxuriöse Wohltat ist.

Moossalbe mit Rosenblüten
Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Zutaten für die hausgemachte Moossalbe

  • 500 ml Öl (Olivenöl oder süsses Mandelöl, Aprikosenkernöl, Arganöl,…)
  • eine Handvoll Moos
  • eine Handvoll Blüten (Ringelblumen, Gänseblümchen, Kamille oder duftende Rosen sind gut geeignet – am besten frisch, notfalls getrocknet)
  • eine Prise Salz
  • ca. 5 TL Blütenhonig (Lavendel, Orangenblüte, …)
  • ev. ein Aloe Vera Blatt oder etwas Aloe Vera Gel
  • ca. 50g Bienenwachs

Zubereitung:

Brausen Sie das Moos in einem Sieb gut ab, um Erde oder Steinchen zu entfernen. Geben Sie Moos, Blüten, Öl und Salz in einen Emailletopf und erwärmen Sie die Mischung bis kurz unter den Siedepunkt. Lassen Sie die Moos/Blütenmischung nun über Nacht ziehen.

Am nächsten Tag können Sie das abgekühlte Öl durch ein feinmaschiges Sieb geben und durch ein Tuch filtern. Geben Sie nun ca. 50g Bienenwachs dazu und erwärmen Sie die Ölmischung erneut bis das Wachs sich aufgelöst hat. Rühren Sie während des Abkühlens immer wieder mal um. Wenn die Salbe lauwarm ist können Sie noch den Honig und auf Wunsch etwas Aloe Vera Gel aus dem Blatt einrühren.

Moossalbe mit Zitronengrasöl

Wenn die Salbe duften soll, passen gut einige Tropfen Zitronengrasöl dazu. In Salbentiegel abfüllen und gleich auch der besten Freundin schenken.

Vielleicht beruht die faltenglättende Wirkung, die der Moossalbe zugesprochen wird, auf den wundersamen Inhaltsstoffen. Vielleicht ist es aber auch die Freude am kreativen Tun mit allen Sinnen, die Ihnen ein entspanntes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Frohes Werken und gutes Gelingen!

Literatur:

“Moose – vielversprechend und enttäuschend” (Deutsche Apothekerzeitung)

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