Heilpflanzen für die Atemwege – Lebenskraft und Wärme

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Heilpflanzen für die Atemwege, die Lunge, die Bronchien sind solche mit wärmender und stärkender Wirkung, da die Lunge ein kaltes Organ ist. Atemwegsbeschwerden brauchen viel Wärme, um ausheilen zu können. In der traditionellen europäischen Medizin ist man der Ansicht, dass die Lungenkraft die Lebensenergie bestimmt. Und tatsächlich ist es so, dass Atemnot und Atembeschwerden mit Energieverlust und Schwäche einhergehen. Ist die Lunge geschwächt, sind auch die Selbstheilungskräfte in Mitleidenschaft gezogen.

Heilkräuter mit einem hohen Kieselsäuregehalt gehören zu den wichtigsten Heilmitteln für die Lunge. Dazu gehören Schachtelhalm, Hohlzahn, Vogelknöterich, Lungenkraut und Wegerich. Holunderblüten und Lindenblüten spenden Wärme. Bei eitrigen Entzündungen werden Kapuzinerkresse und Gundelrebe angewendet, bei viralen Infektionen Ruprechtskraut, Sternanis, Vogelmiere, Wasserdost und Taigawurzel. Vitamin C-haltige Pflanzen wie Hagebutten, Sanddorn oder Johannisbeeren unterstützen die Therapie.

Wohltuend sind auch warme Getränke aus Gerste oder Hirse. Dazu kocht man Getreide, Rosinen oder Feigen in Wasser für rund eine Stunde und seiht dann ab. Auch eine dünnflüssige Suppe aus passierten Karotten spendet die nötige Wärme. Auch äußerlich kann Wärme angewendet werden, in Form von Wickeln mit gekochten Kartoffeln, Quark oder Heublumen.

„Heublumen“ Bild von Couleur auf Pixabay

Andere Heilpflanzen für die Atemwege mit ätherischen Ölen wie Kamille, Thymian oder Nadeldüfte wie Fichte, Tanne, Kiefer, Zirbe eigenen sich nicht nur zum Einreiben, sondern auch zum Inhalieren. Auch Salzwasser kann inhaliert oder zu Nasen-Rachen-Spülungen verwendet werden.

„Lärche“ Bild von Jens Enemark auf Pixabay

Uralte Rezepte für Atemwegserkrankungen sind auch der Brombeerblätterwein der Hildegard von Bingen oder eine Dachsfettsalbe als Brustsalbe.

Brombeerblätterwein nach Hildegard von Bingen:

Sie benötigen folgende Zutaten:

  • eine Flasche Weißwein
  • 30 g Honig
  • 6 g Dost
  • 10 g Ysop
  • 20 g Bertram
  • 15 g Brombeerblätter

Erwärmen Sie den Wein bis kurz vor den Siedepunkt zusammen mit allen Heilkräutern. Lassen ihn 10 Minuten ziehen und geben Sie, nachdem der Wein nur noch lauwarm ist, den Honig hinzu. Rühren Sie den Wein um, bis sich der Honig aufgelöst hat. Sieben Sie dann die festen Bestandteile aus dem Wein ab und geben Sie ihn in eine gut gereinigte Flasche.

Hildegard von Bingen empfahl den Brombeerblätterwein als lungenstärkendes Mittel und riet davon dreimal am Tag ein Schnapsglas zu trinken, wenn man unter Verschleimungen in der Lunge litt.

Wegen des angenehmen Geschmacks sind Brombeerblätter in vielen Tees enthalten. Pflücken Sie die Blätter am besten im Mai/Juni. Brombeertee kann als Haustee getrunken werden. Die fermentierten Laubblätter der Brombeeren sind ein leckerer Ersatz für schwarzen Tee und ein köstlicher koffeinfreier Frühstückstee.

„Tee“ Bild von congerdesign auf Pixabay
Schwarzer Brombeerblättertee:

Schneiden Sie die frisch gepflückten sauberen Brombeerblätter in Streifen und häufen Sie damit einen Berg in der Mitte eines ausgekochten Geschirrtuchs auf. Binden Sie die vier Zipfel des Tuchs zusammen und hängen Sie es an einem luftigen warmen Ort auf. Die Blätter beginnen nun rasch zu fermentieren und verfärben sich dabei binnen 1-3 Tagen dunkel. Nun müssen die Blätter ausbreitet und getrocknet werden. In Schraubgläser abgefüllt ergibt das einen schönen Wintervorrat. Nicht nur Brombeerblätter lassen sich auf diese Weise verarbeiten. Auch Himbeeren, Johannisbeeren und Erdbeeren eigenen sich gut. Wer mag, kann den schwarzen Kräutertee mit Orangenschalen, Rosenblüten, getrockneten Waldbeeren, Apfelschalen oder Hagebutten ein besonderes Aroma verpassen.

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