Estragon – Drachenkraut für Küche und Apotheke

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Estragon (Artemisia Dranunculus), das Drachenkraut, ist ein altes magisches Mittel gegen böse Zauberei. Ein ganzes Jahrtausend lang glaubte man, sich mit einem Bündel Estragon vor Schlangen schützen zu können. Wenigestens soll nach einem Biss die Latwerge aus zerkautem Estragon auf den Biss aufgelegt werden.

Die aromatischen, würzkräftigen Blätter finden vor allem in der französischen Küche ihren Einsatz: in Fischfonds, Geflügel, Pilzen, Saucen, Suppen, Dressings und Salaten.

Estragon auf Lachs

In der französischen Küche gehört der Estragon zu den vier „fines herbes“: Petersilie, Kerbel, Schnittlauch und Estragon. Er ist klassischer Bestandteil von Mayonnaisen und Kräuterbutter.

Das ätherische Öl und die zarten Bitterstoffe wirken appetitanregend und regen die Verdauung schon von den Geschmacksnerven aus an. Estragon fördert den Gallenfluss und ist harntreibend. Dementsprechend wird er in der Volksmedizin verwendet: Für Verdauungsstörungen, Magenprobleme, Blähungen, Krämpfe. Aus diesem Grund macht er auch besonders schwere Speisen, wie z.B. gebratene Ente, bekömmlicher. Man kann aber auch einen Aufguss aus Blättern und Blüten verwenden, der kurmäßig getrunken gegen Wurmbefall gut sein soll. Ebenso bei Rheuma und Gicht, da die Nierentätigkeit angeregt wird und Wasseransammlungen ausgespült werden.

Estragon Tee

1 TL Estragon Kraut mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Estragon Tee

Estragon Tinktur

20 Gramm Estragon mit 100 ml hochprozentigem Alkohol (Wodka oder Obstler) in ein Schraubglas geben und eine Woche bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann durch ein Tuch absieben und in dunkle Flaschen abfüllen. 20-30 Tropfen vor den Mahlzeiten zur Appetitanregung, oder danach, zur Förderung der Verdauung.

Bei Zahnschmerzen kann man eine Estragonwurzel kauen. Bei Rheuma bieten sich Breiumschläge aus der Frischpflanze an.

Durch die enthaltenen Phytohormone wirkt er regulierend bei Wechseljahresbeschwerden und Menstruationsbeschwerden. Während der Schwangerschaft sollte er jedoch gemieden werden.

Estragon anbauen

Das mediterrane Kraut braucht einen warmen, sonnigen, nährstoffreichen Standort und eine Menge Platz, denn er kann locker mannshoch werden. Man kann ihn leicht durch Wurzelableger vermehren. Auch Aussaat und Stecklinge sind möglich. Junger Estragon ist noch zart und fein im Geschmack. Je älter die mehrjährige Staude wird, umso gehaltvoller zeigt er sich. Regelmäßig giessen aber nicht ersäufen. Staunässe mag der Südländer nicht.

Estragon auf Vorrat

Die frischen Blätter kann man das ganze Jahr über ernten. Je näher die Blüte ist, umso aromatischer wird er. Für einen kräftigen Wintervorrat sollte man also am besten kurz vor der Blüte ernten.

Dazu die ganzen Stängel abschneiden und an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen und trocknen lassen. Die trockenen Blätter lassen sich zerrebeln und in Schraubgläsern dunkel aufbewahren.

Estragon trocknen

Estragonblättchen in Eiswürfeln eingefroren geben Longdrinks mit und ohne Alkohol eine interessante Note. Auch zu Wasserkefir passen sie hervorragend.

Estragon als Würzkraut in Drinks

Estragonessig

Für Estragonessig geben Sie eine Handvoll Estragonblätter und Stengel grob geschnitten in ein Schraubglas (etwa 500ml). Begiessen Sie das Kraut mit einem guten Weisswein- oder Apfelessig und lassen sie den Kräuteressig 4-6 Wochen ziehen. Danach können Sie den Essig filtrieren und abfüllen. Ein frischer Estragonzweig in der Flasche macht sich optisch gut.

Estragonöl

Geben Sie eine Handvoll gehackte Petersilie und eine Handvoll gehackten Estragon mit 250 ml Rapsöl in ein Schraubglas und lassen Sie die Kräuter eine Woche lang ziehen. Absieben, einen gehäuften TL Meersalz dazugeben und in Flaschen abfüllen. Kühl aufbewahren.

Estragon Essig und Öl

Estragon Dips

Eine selbstgemachte Mayonnaise wird mit etwas feingehacktem Estragon zum Erlebnis. Da Rezept dazu finden Sie >>>hier<<<.

Wenn Ihnen Mayonnaise zu üppig ist, tauschen Sie gegen Creme fraiche aus oder rühren Sie einen cremigen Dip auf der Basis von einer halben Tasse Sauerrahm und einer halben Tasse Topfen (Quark).

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