Depression I – Orthomolekulare Therapie

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Depression betrifft immer mehr Menschen. Wer die Tiefen einer klinischen Depression durchgemacht hat, weiss wie schlimm es ist. Die übliche Behandlungsmethode sind Antidepressiva und/oder Psychotherapie. Wer beides bekommt, gilt aus Sicht der Schulmedizin als optimal versorgt.

Vielen geht es trotzdem nicht gut. Denn oft wird nicht nach den Ursachen gesucht, deren Behebung unabdingbar für den Heilungsprozess wäre. Manchmal wäre das auch gar nicht so schwer. Natürliche Hilfen aus dem Bereich der integrativen Medizin, die jeder selbst umsetzen kann, könnten hier eine grosse Unterstützung bieten und sollten jede konventionelle Therapie begleiten.

Von jeder der fünf Säulen der Gesundheit aus, Ernährung, Bewegung, Entspannung, Bewusstsein und Umwelt, kann eine deutliche und vor allem nachhaltige Besserung ermöglicht werden. Und auch die Naturheilkunde kennt kraftvolle Heilmittel zur Behandlung der Depression.

Johanniskraut - naturheilkundliche Behandlung der Depression
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Das enorme Potential der Orthomolekularen Medizin liegt darin, nicht durch eine synthetische Droge, die Nervenbahnen chemisch zu imitieren oder zu blockieren. Sondern durch Ernährung den Körper anzuregen, eigene natürliche Neurotransmitter herzustellen. Dies ist nicht nur im Falle der Depression von Bedeutung, sondern auch bei verwandten psychischen Störungen.

Stellen Sie Ihr eigenes Noradrenalin her

Adrenalin und Noradrenalin sind Stresshormone, die dem Freisetzen der Energiereserven in Belastungssituationen dienen. Evolutionsbiologisch ist dies die Vorbereitung auf eine bevorstehende Flucht oder einen Kampf. Heutzutage geht es eher um schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport, Lärm oder auch psychische Belastungen wie Verlustangst, Angst vor schweren Krankheiten oder Todesangst, wie sie im Zuge der Corona Krise vermehrt aufgetreten sind.

Depression durch Stress, Angst und Überforderung
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Um in unserem Körper die Verfügbarkeit von Noradrenalin zu erhöhen, müssen wir proteinreiche Nahrung aufnehmen. Aus dieser wird dann in mehreren Schritten Noradrenalin aufgebaut. Bereits ein Proteinmangel kann die Ursache einer Depression sein. Für die Synthese werden jedoch noch weitere Stoffe benötigt.

Ist die Proteinversorgung sichergestellt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Vitamin C Mangels höher. Ärzte, die mit hohen Dosen von Vitamin C arbeiten, können grosse Erfolge bei der Behandlung von Depressionen verzeichnen. Eine sichere und kostengünstige Methode, die einen Versuch wert ist.

Stellen Sie Ihr eigenes Acetylcholin her

Acetylcholin ist einer der wichtigsten Neurotransmitter unseres parasymphatischen Nervensystems. Es fördert die Verdauung, sorgt für eine tiefe, ruhige Atmung und verlangsamt die Herzfrequenz – wir entspannen uns.

Der Körper kann sein eigenes Acetylcholin aus Lecithin herstellen. Lecithin ist im Eidotter, in Soja oder auch in Sonnenblumenkernen enthalten. Fast ein Drittel unseres Gehirns besteht aus Lecithin! So ist es kaum verwunderlich, dass Lecithin im Kampf gegen Gedächtnisverlust, etwa bei Alzheimer, in Betracht gezogen wird.

Lecithin bei Depression
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Kaufen Sie Lecithin nicht in Kapseln, obwohl das die beliebteste Form der Einnahme ist. Denn Sie müssten, um eine vernünftige Menge an Lecithin zu sich zu nehmen, schon etwa 10 Kapseln schlucken.

Die beste Möglichkeit ist sicher Lecithin in Pulverform. Es kann mit Milch oder Fruchtsaft gemischt werden und gibt dem Getränk einen besonders molligen Geschmack. Allerdings löst es sich mit Umrühren allein nicht auf. Mit einem Mixer oder einem Zauberstab geht es jedoch prächtig. In Eiscreme und Joghurt wird Lecithin als Geschmacksverbesserer und Emulgator verwendet.

Stellen Sie Ihr eigenes Serotonin her

Serotonin, unser Wohlfühl- und Glückshormon, wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Ein Teil dieses Tryptophans wird im Körper in das angstlösende Niacin (Vitamin B3) umgewandelt. Aus Serotonin wird auch Melatonin, was uns guten tiefen Schlaf und süsse Träume beschert.

Viele Antidepressiva zielen auf eine Erhöhung des Serotoninspiegels ab, allerdings auf künstliche Weise in Form von SSRIs, den Serotoninwiederaufnahmehemmern (Sertralin, Citalopram, Trittico,…). Der Haken ist, dass der Körper nach und nach die eigene Produktion immer mehr einstellen wird, da er ja von außen versorgt wird. Deshalb sollten diese Medikamente auch niemals abrupt abgesetzt werden. Mal abgesehen von den Nebenwirkungen, die dabei in Kauf genommen werden müssten.

Tryptophan aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Weizenkeimen bei Depression
Bild: Canva Pro

Tryptophan lässt sich durch gezielte Diät genauso erhöhen. Und zwar ohne toxisch zu wirken durch den Konsum von Bohnen, Erbsen, Nüssen, Sonnenblumen oder Weizenkeimen. Um das Tryptophan optimal verwerten zu können, sind gleichzeitige kleine Mengen an Kohlenhydraten wichtig. Also beispielsweise ein Stück Vollkornbrot mit Erdnussbutter, eine Handvoll Cashewnüsse und ein Apfel, Weizenkeime oder Bierhefe und Sonnenblumenkerne im Müsli. Essen Sie sich glücklich!

Vitamin B6 gegen die Depression

Für die Serotoninsynthese ist nicht nur Niacin, Vitamin B3, von Bedeutung, sondern auch B6, Pyridoxin. Außerdem ist unser Hochgeschwindigkeitsvitamin auch an der Lecithinbildung beteiligt. Ein Mangel ist weit verbreitet, etwa bei Jugendlichen, älteren Menschen mit einseitiger Ernährung sowie Frauen, besonders wenn sie die Pille nehmen. Einige Medikamente sind für einen Vitamin B6 Mangel verantwortlich: Östrogene, Kontrazeptiva, L-Dopa, Penicillamin,… Auch Darmerkrankungen mit Resorptionsstörungen können ursächlich sein.

Vitamin B6 aus Kartoffeln bei Depression
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Über Vitamin B6 reiche Lebensmittel wie Vollkorngetreide, Obst, Gemüse, Kartoffeln kann der Bedarf trotzdem oft nicht gesichert werden. Selbst bei guter Versorgung mit diesen Nahrungsmitteln kann eine Malabsorbtion vorliegen. Im therapeutischen Bereich sind meist Dosen von 100mg bereits ausreichend um deutliche Verbesserungen zu erzielen. Etwa bei PMS, Lernstörungen und Konzentrationsmangel oder Reiseübelkeit. In Kombination mit einem B-Komplex ist diese Menge in Balance und sehr sicher. In der Schwangerschaft und Stillzeit hingegen muss niedriger dosiert werden. Nur in extrem hohen Dosen von über 1000g wurden als Nebenwirkung Sensibilitätsstörungen beobachtet.

Selbst in der Schulmedizin gilt ein Vitalstoffmangel als möglicher Grund für Depressionen. Gesucht wird selten danach und keineswegs ausreichend. Nicht nur jemand, der an einer Depression leidet, sollte optimal mit Nährstoffen versorgt sein ob es sich nun um Vitamin D handelt, den B-Komplex, Vitamin C, Magnesium, Eisen, Jod, Zink, Chrom, Selen,…

Vitamin D - das Sonnenhormon - nicht nur bei Winter Depression
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Der erste Vitalstoff, an den man bei Depressionen denkt, ist jedoch meist das Vitamin D. Es steht mit der „Winterdepression“ in Zusammenhang. Denn Vitamin D wird mit Hilfe des Sonnenlichts in der Haut gebildet. Und das ist im Winter nun mal rar.

Immer mehr Menschen leiden an Depressionen. Laut WHO litten im Jahr 2015 mehr als 320 Millionen Menschen weltweit an Depressionen. Das sind 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Zehn Jahre zuvor waren es nur 3,7 Prozent. Eine rasante Entwicklung.

Omega-3-Fettsäuren gegen Depression

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind entzündungshemmend und dienen als Baustoffe für Gehirn und Nervensystem. Unser Gehirn besteht zu 20 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren! Kein Wunder also, dass es etliche Studien gibt, die den Nutzen von Omega-3-Fettsäuren bei Erkrankungen des Nervensystems und eben auch bei Depressionen belegen.

Omega-3-Fettsäuren bei Depression
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4 bis 6 Gramm täglich zeigen deutlich positive Wirkungen, bei einer insgesamt gesunden Lebensweise mit relativ niedrigem Konsum von Omega-6-Fettsäuren (Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, tierische Fette) reichen oft schon 1 bis 2 Gramm täglich aus. Wer nicht täglich fetten Fisch essen möchte, greift auf Lachsöl oder in vegetarischer Form auf Algenöl zurück.

Literaturempfehlungen:

http://www.doctoryourself.com/Deutsch_Depression.html

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