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Bärlauch Suppe für frühlingshafte Bärenkräfte

Die Frühlingssonne lockt schon bald den ersten Bärlauch aus dem Waldboden. Das aromatische, zart nach Knoblauch duftende Wildkraut erfreut sich ungebrochener Popularität. Immer mehr Menschen zieht es in den Wald, um das köstliche Lauchgewächs selbst zu sammeln.

Bärlauch war schon bei den Römern, Kelten und Germanen bekannt. Letztere waren auch davon überzeugt, dass der Bär – als Sinnbild für das erwachende Leben im Frühling – der Pflanze seine Kraft und Fruchtbarkeit verdankt.

Gesundheitlich fördert er tatsächlich Bärenkräfte zutage. Frischer Bärlauch ist reich an Vitamin C, ätherischen Ölen, Magnesium und Eisen. Er wirkt gegen Blähungen, Krämpfe und Gärprozesse im Darm und stärkt das Immunsystem. Er ist appetitanregend, cholesterinsenkend, antibiotisch, erweitert die Gefäße und regt den Gallenfluß an.

Bärlauch wächst gerne in schattigen, nährstoffreichen Wäldern und Parks. Erntezeit ist vom Erscheinen der ersten zarten Blättchen Mitte März bis zum Aufbrechen der Blütenknospen. Danach wird der Geschmack eher streng.

junge Bärlauch Blätter
die ersten zarten Bärlauch Blätter

Immer wieder hört man von Verwechslungen mit dem giftigen Maiglöckchen, das ähnliche Blätter hat. Der deutlichste Unterschied: Die weichen,  gelbgrünen Blätter des Bärlauchs riechen und schmecken typisch nach Knoblauch; die stärkeren, eher blassgrünen Blätter des Maiglöckchens hingegen nicht.

Maiglöckchen
das ungeniessbare Maiglöckchen

Wer sich in der Bestimmung nicht sicher ist, erfährt Wissenswertes rund um essbare Kräuter aus dem Frühlingswald bei einer Kräuterwanderung mit Wildkräuter-Wanderführerin Gabriele Kofler. Sie können die kleinen Zwiebelchen auch im Garten (unter Bäumen oder Sträuchern) selbst anbauen und einen Vorrat davon einfrieren.

Hier ein köstliches Rezept für eine gehaltvolle Bärlauch Frühlingssuppe:

Zutaten:
  • 1 Zwiebel
  • 1 mehlige Karoffel
  • 1 EL Butter oder Olivenöl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Kristallsalz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • eine Prise Muskatnuss
  • 1 Becher Creme fraiche
Zubereitung:

Die Zwiebel kleinwürfeln und goldbraun rösten. Mit Gemüsebrühe aufgiessen und aufkochen lassen. Die Karoffel reiben oder sehr klein schneiden und in der Suppe weich kochen. Feinnudelig geschnittenen Bärlauch dazugeben, einmal aufwallen lassen und kurz gar ziehen lassen.

Die Suppe mit einem Mixstab pürieren. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Creme fraiche kann entweder untergemixt werden oder als Nockerl im Suppenteller eingelegt werden.

Bärlauch Suppe




Mostcremesuppe – wärmende Wurzeln zum Löffeln

Most kommt vom lateinischen „Vinum Mustum“ – also frisch oder jung. Neben diesen Eigenschaften wird dem Most noch vielerlei Gesundheitsförderndes zugeschrieben: verdauungsfördernd, belebend, kreislaufstützend, … Kräuterpfarrer Weidinger empfiehlt ihn bei Gastritis, Steinleiden, Gicht und Rheuma.

Sogar für die Potenz soll er gut sein. Möglicherweise steht dieser Effekt auch in Zusammenhang mit dem Sprichwort: „Der weiss halt, wo Barthel den Most holt.“

Auch Goethe nimmt sich in Anspielung auf die Jugend reimend dem Most an: „Der Most, der gärend sich vom Schaum geläutert, er wird zum Trank, der Geist und Sinn erheitert.“

Äpfelweinstube in Sachsenhausen - 1865
„Äpfelweinstube in Sachsenhausen“ 1865

In diesem Zustand ist möglicherweise auch dieser Schüttelreim des österreichischen Dirigenten Felix Mottl entstanden: „War’n Sie schon in Mottls „Tristan“? Was geht mich des Trottels Mist an? Schafft euch lieber ein drittel Most an und sauft euch mit diesem Mittel Trost an“.

In „Zedlers Großem Universallexikon“ ist zu lesen: „Der Apfelmost ist gut für die Brüste, stärcket das Hertz, befeuchtet wohl und löschet den Durst, dienet wider die Schwermühtigkeit.“

Wie auch immer es nun um die gesundheitsfördernden Effekte bestellt ist – als prägende Geschmackszutat für diese winterliche Mostcremesuppe erfreut er jedenfalls das Herz:

Zutaten für die Mostcremesuppe:

  • 500g gemischtes Suppengemüse, wahlweise:
    • Karotten
    • Petersilienwurzel
    • Knollensellerie
    • Pastinaken
    • Lauch
    • Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 l Wasser
  • 1 Glas Most
  • 1 Becher Creme fraiche
  • Salz
  • Pfeffer
  • Lorbeerblatt
  • Muskatnuss
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung:

Das Suppengemüse waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. In Olivenöl in einem großen Suppentopf anrösten. Mit Wasser aufgiessen, Lorbeerblatt und Muskatnuss zugeben und das Gemüse weichkochen.

Lorbeerblatt entfernen, Most, Creme fraiche, Salz und Pfeffer zugeben und die Mostcremesuppe im Suppentopf mit dem Pürierstab cremig mixen. Mit gehackter Petersilie garnieren.

Mostcremesuppe




Exotische Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch

Kürbis und Kokosmilch lassen sich besonders gut kombinieren und verbinden westliche und östliche Traditionen. Kokosmilch verleiht der Suppe eine sahnige Note, exotische Gewürze und Chilli sorgen für eine raffinierte Würze. Die exotische Kürbissuppe ist delikat als Vorspeise aber auch vollwertig als leichtes Abendessen.

Zutaten:

  • 1 Hokkaidokürbis
  • 1/2 TL grüner Kardamom gerieben
  • 1 TL Zimt gemahlen
  • 1 Msp. Natron
  • 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 1 grüne oder gelbe Chillischote
  • 400 ml Kokosmilch
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • Salz
  • weisser Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Bund frischer Koriander

Zubereitung:

Den Hokkaido-Kürbis waschen, halbieren und vom Kerngehäuse befreien. Erst in Spalten, dann in Würfel schneiden (mit der Schale). Die Chillischote waschen und je nach gewünschter Schärfe entweder mit oder ohne Kernen in Scheibchen schneiden. Mit der Gemüsebrühe, Cardamom, Zimt und Natron weichkochen.

Ingwer reiben und mit der Kokosmilch zu den Kürbiswürfeln geben. Mit dem Pürierstab cremig mixen, mit Salz abschmecken, mit weissem Pfeffer und Korianderblättchen servieren.

Kürbissuppe Hokkaidokürbis