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Würzige Frühlingsblüten: Falsche Kapern vom Löwenzahn

Die Pusteblume (Löwenzahn) ist längst nicht mehr nur lästiges Unkraut im englischen Rasen: Als Delikatesse ist sie nicht nur in der Salatschüssel zu finden (in Österreich als Röhrlsalat bekannt). Die gelben Blüten sind nicht nur Leibspeise der Bienen sondern können auch für einen süssen Brotaufstrich – den Löwenzahn“honig“ – verwendet werden. Gegart ist Löwenzahn köstlich mit Speck-Rahm-Sauce. Und selbst die geröstete Wurzel erlangte in den Nachkriegsjahren Berühmtheit als Zichorienkaffee. Aus den noch ungeöffneten Blütenknospen lassen sich aromatische falsche Kapern fabrizieren, die den „echten“ in nichts nachstehen.

Pusteblume

In der Kräuterheilkunde ist Löwenzahn als hilfreich bei Leber-, Gallen- und Nierenproblemen bekannt. Die Bitterstoffe, die beachtlichen Mengen an ätherischen Ölen und das reichlich vorhandene Inulin (bis zu 40%!) sorgen für einen gesunden Stoffwechsel. Der hartreibende Effekt verlieh ihm wohl auch den volkstümlichen Namen „Bettnässer“. Der Milchsaft wurde oft zur Behandlung von Warzen verwendet.

Neuere Forschungsarbeiten legen nahe, dass Löwenzahn das Größenwachstum und die Invasivität von Krebszellen hemmen kann. Zumindest im Tierversuch finden sich leistungssteigernde und erschöpfungswidrige Effekte, was die Beliebtheit von Löwenzahn in Frühjahrskuren erklären könnte.

Proppenvoll mit Vitaminen (A, B1 und B2, C, E) und Mineralstoffen (Eisen, Kalzium, Magnesium) ist Löwenzahn ein richtiges heimisches Superfood.

Zutaten für 1 Glas Löwenzahn Kapern:

  • 2 Tassen feste, noch geschlossene Löwenzahnblüten
  • 1/2 Tasse aromatischer Essig (naturtrüber Apfelessig oder auch ein guter Rotweinessig)
  • 1/2 TL Kristallsalz oder Meersalz
  • optional ein Zweig Estragon, ein Lorbeerblatt, einige Senfkörner, Pfefferkörner,…

Kapern aus Löwenzahnblütenknospen

Zubereitung:

Brausen Sie die Knospen in einem Sieb unter fliessendem kaltem Wasser ab und geben Sie sie dann in ein sauberes Küchentuch. Schleudern Sie die Knospen im Küchentuch trocken (Sie können auch eine Salatschleuder verwenden). Mischen Sie die Knospen nun mit dem Salz und lassen Sie sie mindestens 2 Stunden ziehen.

Kochen Sie den Essig kurz auf, geben Sie die Gewürze und die Knospen dazu und lassen Sie das Ganze einmal aufwallen. Noch heiss in ein Schraubglas füllen, fest verschliessen. Die Kapern müssen nun mindestens zwei bis drei Wochen an einem kühlen, dunklen Ort reifen, bevor sie verkostet werden können.




Joghurt homemade – lactosefreier Genuss

Hausgemachtes Joghurt ist unvergleichlich reich an probiotischen Bakterien.  Sie können es mit kohlenhydratarmen Beeren zum Nachtisch oder als Getränk in Form von Lassi oder Ayran zu sich nehmen. Der für die Darmgesundheit unverzichtbare Ballaststoff Inulin passt wunderbar ins Joghurt und verleiht ihm eine cremig sahnige Textur (ca. 1-2 EL pro Liter).

Zutaten:

  • 1 Liter Milch
  • ca. 4 EL Joghurt

Zur Milch: Man kann entweder pasteurisierte Milch verwenden oder Frischmilch kurz aufkochen. Je höher der Fettgehalt ist, desto cremiger wird das Joghurt. Für Sahnejoghurt einfach noch etwas Sahne unter die Milch mischen. Es braucht keine lactosefreie Milch verwendet zu werden. Die Lactose wird durch den langen Fermentationsprozess abgebaut.

Zum Joghurt: Für diese milde Variante am besten nur Acidophilus Bakterien verwenden. Als Starterjoghurt sind z.B. geeignet das Biojoghurt von Aldi, das Biojoghurt von Edeka oder Landliebe Naturjoghurt – original.

Zubereitung:

Frischmilch unter Rühren zum Kochen bringen und wieder abkühlen lassen, bis sie nur noch lauwarm ist. Bei zu hohen Temperaturen sterben die Milchsäurebakterien ab und die Fermentation setzt nicht ein.

Das Joghurt mit etwas Milch verrühren. Nach und nach die ganze Milch verwenden.

Um eine konstante Temperatur während der Reifung zu erzielen, verwendet man am besten einen Joghurtbereiter. Die Milchmischung muss nun 24 Stunden auf gut 40° gehalten werden. Eine längere Fermentationsdauer bis zu 36 Stunden schadet aber nicht. Danach auskühlen lassen und für einige Stunden in den Kühlschrank stellen – erst dann hat es die richtige Konsistenz.

Durch die lange Fermentationszeit ist das Joghurt besonders reich an lebendigen Kulturen. Gekaufte Produkte werden hingegen nur 6-8 Stunden fermentiert. Es hat dann zwar die richtige Konsistenz und ist so kostensparender herzustellen, aber der gesundheitliche Wert nimmt mit jeder Stunde zu.

Sinnvoll ist ein Joghurtbereiter, der keine Abschaltautomatik hat. Ich bevorzuge einen 1 Liter-Behälter statt vieler kleiner Gläschen. Mein Lieblingsmodell ist der Rosenstein & Söhne Joghurtmaker. Allerdings habe ich den mitgelieferten Plastikbehälter ausgetauscht gegen zwei 1 Liter Einweckgläser von Rex mit Glasdeckel, die perfekt passen. Während im einen Glas das neue Joghurt heranreift, dient das zweite der Aufbewahrung im Kühlschrank. 1 Liter Gurkengläser sind genauso dafür geeignet.

Rosenstein Joghurt Maker