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Kokosbusserl – luftig leichte Low Carb Leckerei

Keine Pflanze prägt unsere Vorstellung von Tropenstrand und Urlaubsstimmung so sehr wie die Kokospalme. Doch die Bedeutung des beliebten Postkartenmotivs ist viel weitreichender: So liefert sie etwa 8% der Weltpflanzenölbedarfs. Jährlich werden fast 50.000.000 Tonnen Kokosnüsse geerntet was die Palme zu einer der wichtigesten Nutzpflanzen macht.

Kokosbusserl - Palmenstrand

Seit Jahrtausenden dient die Kokospalme als gehaltvolle Nahrungsquelle und Getränk, liefert Holz als Baumaterial, Blätter für Dächer, Fasern für Körbe, Matten und Seile und Nussschalen als Brennmaterial. Eine 2000m2 grosse Plantage mit 35 Palmen liefert genug Biomasse um eine fünfköpfige Familie zu versorgen – und das ohne grossen Pflegeaufwand.

Auch gesundheitlich hat die köstliche Nuss einiges zu bieten: Die mittelkettigen Fettsäuren helfen beim Abnehmen, regulieren den Cholesterinspiegel, wirken antimikrobiell und antiviral. Der hohe Kupfergehalt fördert den Gehirnstoffwechsel. Der Ballaststoffreichtum hält den Darm fit, senkt den Blutzuckerspiegel und beugt Diabetes vor. Das Wasser der Kokosnuss ist ein mineralstoffreicher Isodrink – perfekt nach dem Sport oder an heissen Sommertagen. In Ländern, in denen Kokosnüsse zu den Grundnahrungsmitteln zählen, sind Herz- und Kreislauferkrankungen, aber auch Altersdemenz und Alzheimer auffallend selten. Nicht zuletzt ist Kokosöl hervorragend zur zart duftenden Körperpflege geeignet.

Hier das simple, weltweit beliebte Rezept für die kleine Bäckerei in Low Carb:

Zutaten:

  • 200 g Kokosraspeln
  • 4 Eier
  • 1EL Kokosöl
  • 1 Messerspitze Natron oder Backpulver
  • Xylit oder Erythrit
  • Saft und geriebene Schale einer halben Zitrone

Zubereitung:

Geben Sie alle Zutaten in eine Rührschüssel und vermengen Sie sie zu einem feuchten Teig. Den Zuckerersatz können Sie einfach nach Geschmack dosieren. Am besten verreiben Sie davor das Xylit oder Erythrit im Mörser zu feinem Puder.

Ein unvergleichlicher Genuss sind Kokosbusserl aus frischer geriebener Kokosnuss. In diesem Fall brauchen Sie kein Kokosöl zuzusetzen – frische Kokosnuss ist sehr gehaltvoll. Urlaubsfeeling schon bei der Zubereitung garantiert!

Kokosbusserl - Kokosnuss frisch

Setzen Sie mit einem Kaffeelöffel oder einem Eierlöffelchen kleine Häufchen auf ein Backpapier und backen Sie sie bei 180° Ober- und Unterhitze (oder 160° Heissluft) bis die Ränder des Bodens und die Spitzen goldbraun sind. Lassen Sie die Kokosbusserl abkühlen und bewahren Sie sie in einer gut schliessenden Keksdose auf.




Erdnussbutter Plätzchen – nussige Nascherei

Erdnuss-Pflanzen blühen oberirdisch, tragen ihre Früchte jedoch im Boden.

Die Erdnuss zählt botanisch gesehen wie Erbsen und Bohnen zu den Hülsenfrüchten, worauf auch ihr englischer Name „peanut“ (Erbsennuss) hinweist. Konsistenz und den Fettgehalt ähnelt jedoch eher den Nüssen.

Ursprünglich kommt die Erdnuss aus Südamerika, wo sie schon vor 2000 Jahren angebaut wurde. Mit der Entdeckung Amerikas eroberte sie bald die ganze Welt. Heute werden Erdnüsse vor allem in China, Indien, in den USA, Nigeria, Südafrika und Indonesien kultiviert.

Erdnussbutter besteht grossteils aus gemahlenen Erdnüssen. Für die Cremigkeit sorgen Fette oder Öle. Zucker und Salz sorgen für eine würzig-süße Note.

Im Unterschied zur Erdnussbutter besteht Mus rein aus gemahlenen Erdnüssen. Beides gibt es fein (creamy) und grob (crunchy), mit kleinen Stückchen drin, welche nach dem Rösten und Mahlen in die cremige Erdnussmasse kommen.

Erdnüsse enthalten 25 Prozent wertvolles pflanzliches Eiweiß, zur Hälfte bestehen sie aus Fett und zwar mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Die können nicht nur das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.Auch an Ballaststoffen bringen Erdnüsse einiges mit, etwa 10 Prozent, also ähnlich viel bei Getreide. Zudem punkten Erdnüsse durch reichlich Vitamin E und den sekundären Pflanzenstoff Resveratrol. Beide mindern das Risiko für Arterienverkalkung.

Ferner enthalten Erdnüsse fast alle B-Vitamine und besonders viel Magnesium, nämlich 180 Milligramm in 100 Gramm. Der Mineralstoff ist wichtig vor allem für die Arbeit der Muskeln und Nerven. Nicht umsonst gelten Nüsse als Gehirn- und Nervennahrung. Nennenswert sind auch die Mengen an Kalium, Kalzium und Phosphor.

Hier das Rezept für Low Carb Erdnussbutter Plätzchen:

Zutaten:

  • 100 g Erdnussbutter oder Erdnussmus
  • 100 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
  • 2 Eier
  • 70g Xylit
  • 1 TL Backpulver

Erdnussbutter

Zubereitung:

Den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze (140° Heissluft) vorheizen.

Alle Zutaten zu einem Teig verrühren. Auf ein Backpapier kleine Häufchen setzen und für ca. 20 Minuten je nach Größe der Häufchen und Ofen backen. Sie sind fertig, wenn sich der Boden am Rand leicht zu bräunen beginnt. Die Häufchen dürfen ruhig noch etwas weich sein, beim Abkühlen werden sie noch etwas härter.




Lebkuchen – Hänsel und Gretels süsse Versuchung

Zimt, Nelken, Koriander, Kardamom, Ingwer und dazu köstlicher Honig – das sind bis heute die charakteristischen Zutaten für Lebkuchen.

Lebkuchen Gewürze

Die genaue Herkunft des Wortes „Lebkuchen“ ist nicht gesichert. Einige Etymologen sind der Ansicht das „Leb“ etwas mit „Leib“ und „Leben“ zu tun haben muss. Die Bezeichnung Pfefferkuchen kommt aus dem Mittelalter, als einfach alle exotischen Gewürze als Pfeffer gehandelt wurden. Auch das englische Gingerbread oder das französische pain d’épices sowie der Begriff Honigkuchen weisen auf die charakteristischen Bestandteile hin: Ingwer, Gewürze, Honig.

Von jeher war der Lebkuchen unverzichtbar auf Rummelplätzen und Volksfesten. Saisonale und regionale Bräuche bildeten sich heraus, wie Lebkuchen zu gestalten seien. Und auch die magische Komponente der manchmal aufwändig verzierten essbaren Bildwerke war nicht wegzudenken. So gab es etwa den Brauch, dass unverheiratete Mädchen Lebkuchen-Ehemänner verspeisen sollten, um ihre Chance auf eine Heirat zu vergrößern.

Lebkuchen Tannenbaum

Berühmt wurden die Lebkuchen im 19. Jahrhundert durch die Gebrüder Grimm, die mit dem Märchen von Hänsel und Gretel ein unwiderstehliches Bild von Naschwerk in Form des Lebkuchen-Hexenhauses zeichneten.

Hier nun ein modernes Low-Carb-Rezept:

Zutaten:

  • 400 g Haselnüsse gemahlen
  • 3 Eier
  • 250 g Xylit
  • 1 EL Lebkuchengewürz
  • 0.5 TL Hirschhornsalz

für eine Schokoglasur:

Lebkuchengewürz:

Eine traditionelle Gewürzmischung für Lebkuchen ist das ‚Neunerlei Gewürz‘. Hintergrund dieser Gewürzmischung ist die Symbolik, dass neun Gewürze für ein vollendetes Lobpreis Gottes stehen. Damit soll einerseits auf die Trinität, anderseits auf die drei Elemente Erde, Luft und Wasser sowie auf die Dreiheit Erde, Himmel und Hölle verwiesen werden. Die neun Gewürze sind: Piment, Zimt, Ingwer, Anis, Koriander, Kardamom, Muskat, Nelken und Fenchel.

Eine süddeutsche Lebkuchen-Gewürzmischung enthält typischerweise Zimt, Nelken, Piment, Koriander, Ingwer, Kardamom und Muskatnuss oder Macis enthalten. Gelegentlich werden neben eigentlichen Gewürzen auch noch weitere Aromen verwendet wie Schalen von Zitrusfrüchten (Orange, Zitrone oder Pomeranze) oder Blütenwasser, wie Orangen- oder Rosenblütenwasser.

Zubereitung:

Backrohr auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Alle Zutaten mit dem Handrührgerät zu einem Teig verarbeiten. Hirschhornsalz ist nicht nur Backtriebmittel sondern auch typische Geschmackszutat, kann aber wenn dies nicht gewünscht ist durch Natron oder Backpulver ersetzt werden.

Sie können den Teig nun nach Belieben formen: Schneiden Sie eine Teigrolle in Scheiben und formen Sie Kugeln daraus, die flachgedrückt als Pfeffernüsse aufs Backblech gelegt werden. Oder rollen Sie den Teig aus und stechen Sie Plätzchen aus oder schneiden Sie ihn mit dem Messer in Form.

Lebkuchen ausstechen

Backzeit je nach Backrohr und Dicke ca. 15-20 Minuten. Gut auskühlen lassen und auf Wunsch mit Glasur verzieren. Dafür die Butter mit der Schokolade in einem kleinen Topf oder am besten im Wasserbad schmelzen lassen und etwas überkühlen lassen. Die Lebkuchen damit bestreichen. Wenn Sie etwas Kakaopulver zu der Glasur geben wird sie spritzfest um Ornamente zu gestalten.

Lebkuchen Plätzchen




Zimtsterne – der Klassiker für den Low Carb Keksteller

Zimt ist eine der ältesten Gewürzpflanzen der Welt und aus der Küche kaum mehr wegzudenken.

Die gemahlene Rinde ist in vielen Backwaren wie Zimtschnecken und Apfelstrudel zu finden. Bratäpfel, Glühwein und Kompott sind ohne Zimt undenkbar. Uns selbst Coca Cola gäbe es ohne Zimt nicht.

Seine Heilkräfte sind hierzulange allerdings weniger bekannt. Zimt kurbelt die Fettverbrennung an, reguliert den Blutzuckerspiegel und senkt die Cholesterinwerte. In der westlichen Medizin wird es derzeit als Heilmittel bei Diabetes getestet.

In der indischen Ayurveda-Medizin werden alle Teile des Zimtbaumes verwendet: Öl aus den Blättern, die Rinde und die Wurzeln. Ersteres wirkt wärmend und entzündungshemmend, was besonders wohltuend bei Erkältungen ist.

Zimtsterne - Zimtstangen

Für Heilzwecke sollte ausschliesslich Ceylon-Zimt (nicht der chinesische Cassia-Zimt!) verwendet werden. Er wirkt kreislaufanregend und verdauungsfördernd, magenstärkend, löst Blähungen und entkrampft. Da er antibakteriell und fungizid sowie entzündungshemmend ist hilft er bei Entzüdungen des Darms.

Zimt wärmt nicht nur innerlich, sondern auch wunderbar als Wickel (bei Rheuma oder Kreuzschmerzen) oder Fussbad (mit einigen Tropfen Zimtöl und etwas Sahne zum Emulgieren).

Zur Kreislaufanregung kann man eine Zimstange in den Schwarztee geben. Bei Erkältungen ist eine Zimtmilch wohltuend.

Zimtöl mit Nelkenöl gemischt ist schmerzlindernd und kann bei akuten Zahnschmerzen eingesetzt werden. Entweder die schmerzende Stelle sanft einmassieren oder ein Wattepad mit einigen Tropfen Zimtöl auflegen.

Hier das Low Carb Rezept für Zimtsterne für den traditionellen Keksteller:

Zutaten:

  • 200 g gemahlene Haselnüsse (oder Mandeln – auch gemischt)
  • 2 Eiweiss
  • 125 g Puder Xucker (Erythrit)
  • 1/2 TL Zitronensaft
  • 2 TL gemahlener Zimt

Zubereitung:

Das Eiweiss sehr steif schlagen. Portionsweise Zitronensaft und Erythrit löffelweise untermixen. Sollten Sie keinen Puder Xucker vorrätig haben, können Sie sich auch mit einem Mörser oder einer sauberen elektrischen Kaffeemühle behelfen und statt dessen Premium Xucker (Xylit) nehmen. Verwenden Sie aber keine groben Zuckerkristalle, denn dann müssten Sie sehr lange mixen, was dem Glanz der Glasur Abbruch tun würde. Drei Esslöffel vom Eischnee für die Glasur reservieren.

Haselnüsse und Zimt vorsichtig mit einem Schneebesen oder einem Kochlöffel unter den restlichen Eischnee heben – keinesfalls mixen. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Teig zwischen Backpapier oder in einem großen Gefrierbeutel ausrollen und Sterne ausstechen. Die Ausstechform zwischendurch in Puder Xucker tauchen. Sollte der Teig noch zu klebrig sein, nochmal ab in den Kühlschrank und gut kühlen – dann lässt er sich besser ausrollen. Die Sterne auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit der reservierten Eischnee-Glasur bestreichen. Im vorgeheizten Backrohr bei etwa 120° Ober- und Unterhitze oder 100° Heissluft ca. 15 Minuten eher trocknen als backen. Sie sind fertig, wenn sich der Boden leicht zu bräunen beginnt. Die Glasur sollte jedenfalls weiss bleiben. Nicht zu lange backen – die Zimtsterne sind noch ziemlich weich, wenn sie heiss aus dem Ofen kommen. Beim Abkühlen werden sie dann fester.

Zimtsterne mögen keine dicht schliessenden Keksdosen. Also Deckel besser lose auflegen. Sollten Sie doch einmal zu fest geworden sein, ein paar Apfelschnitze in die Dose geben, damit sie wieder weich und mürbe werden.

Was tut man mit dem übriggebliebenen Eigelb? Am besten gleich für Vanillekipferl verwenden!




Vanillekipferl – Kindheitstraum in Low Carb

Zum Auftakt der Kekssaison ein Rezept für die wohl traditionellste Weihnachtsbäckerei hierzulande: Das Vanillekipferl.

Schon vor dem Weihnachtsbaum waren die (heidnischen) Kekse fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Im „Oesterreichischen Jahrhundertkochbuch“ (Plachutta & Wagner. Wien, 1993. Orac) ist zu lesen: „Wie die christlichen Missionare ihren Schaefchen das Katholischwerden erleichterten, indem sie Wotans Eiche stehen liessen und nur ein Madonnenbildnis darannagelten, haben sie auch die zahlreichen „Opferbaeckereien“ fuer Fricka, Freia und andere heidnische Goetter toleriert – solange sie in den Dienst des christlichen Weihnachtsfestes gestellt und damit zur Weihnachtsbaeckerei wurden.“

Hier ein historisches Rezept zum Schmunzeln, gute hundert Jahre alt: „Man bereite Broeselteig von 28 Deka Mehl, 21 Deka Butter, 10 Deka geschaelten, feingestossenen Mandeln und 7 Deka Zucker, schneidet ihn zu nussgrossen Stueckchen, formt aus diesen gespitze Wuerstchen, biegt diese kipfelartig, baeckt sie kuehl und licht, nimmt sie vom Bleche, wenn sie noch ganz heiss sind, dreht jedes sogleich in Vanillezucker, legt sie auf Papier und laesst sie auskuehlen.“ (aus: Die Sueddeutsche Kueche. Katharina Prato. Graz, 1911. Styria.)

Hier die moderne Variante für proteinreiche Low-Carb Vanillekipferl:

Zutaten:

Zubereitung:

Backrohr vorheizen (180° Ober- und Unterhitze oder 160° Heissluft). Ein Blech mit Backpapier belegen.

Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen, die zwei Eigelb dazugeben, die kalte Butter in Flöckchen schneiden und zu einem Mürbteig kneten. Eine Viertelstunde am besten im Kühlschrank ruhen lassen. Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl dient der Bindung. Ersatzweise können Sie auch Flohsamenschalenpulver verwenden.

Aus dem Teig eine lange Rolle formen und in gleichmäßig grosse Scheibchen schneiden. Die Scheibchen zu Walzen rollen und an den Enden etwas dünner werden lassen und in Halbmondform bringen, um die klassische Kipferlform zu erhalten.

Die Vanillekipferl aufs Backpapier legen und wenige Minuten backen bis sie etwas Farbe annehmen.

Noch heiss in Puder-Xucker wälzen. (Wenn Sie keinen Puder-Xucker vorrätig haben, können Sie auch 30 g Xylit in einem Mörser oder einer elektrischen Kaffeemühle zu Puder verarbeiten.) Dann Die Kipferl ganz auskühlen lassen und in einer Keksdose im Kühlen wenigstens einen Tag ruhen lassen. Das feine Aroma und die Mürbe des Gebäcks kommt erst mit der Zeit zur Geltung. Besonders köstlich werden die Kipferl auch, wenn Sie sie bis zur geplanten winterlichen Kaffeetafel einfrieren.

Quellen:

Historisches